Freundeskreis Schloßpark

Der Freundeskreis Schloßpark

Der Freundeskreis Schloßpark wurde am 13. September 1976 gegründet.
Seine Ziele sind seit der Gründung unverändert und lauten:

Beratende Tätigkeit gegenüber der Stadt Wittmund, um den Park attraktiv zu gestalten und zu halten.
Überwachung der Anlagen
Auswahl und Pflege der Pflanzenwelt
Investitionen in die Infrastruktur
Sammeln von Spendengeldern, um geeignete Maßnahmen durchführen zu können.

Dem inneren und gestaltenden Zirkel des Freundeskreises können Bürger der Stadt Wittmund und Interessenten beitreten.
Es wird kein Mitgliedsbeitrag erhoben, allerdings wird erwartet, das Mitglieder des Freundeskreises auch Mitglieder des Heimatvereins sind oder werden.
Interessenten wenden sich bitte an Georg Arnz, Telefon 04462-5435.

Im historischen Schloßpark von Wittmund

Die letzte große und finanzielle erhebliche Maßnahme des Freundeskreises war die Aufwertung des Wittmunder Schloßwalls.
Er wurde durch markante Sichtachsen und gute Verbindungswege erlebbar gemacht.
Diese Anlage, eine der ältesten in Ostfriesland, stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist, bis auf Baum- und Strauchbewuchs,
in unveränderter Form erhalten.

Weg auf dem Schloß(Burg)wall


Zur Geschichte des Wittmunder Schloß und der Wallanlage

Im Jahre 1461 ließ Sibet Attena im Südosten vom damaligen Flecken Wittmund ein neues Schloß (Burg) bauen. Die alte Burg, die im Ursprung eine Kirche war, und zu einer Wehrkirche ausgebaut wurde, ist wieder ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt worden, zur Kirche.

Hieronimus von Grest schreibt dazu in seinen „Die Denkwürdigkeiten des Hieronimus von Grest und die Harlingische Geschichte“
„Einen Schloßbau wie man selten mag sehen
Ließ nun von Grund auf er erstehen
Mit Türmen, Gräben und Wällen bewehrt
Damit er könnt schlafen ungefährd´t“
Diese Anlage sollte die nächsten 300 Jahre unbeschadet überstehen.

Die poetische Schilderung des Hieronimus von Grest gibt uns bereits erste Hinweise über das Aussehen der Schloßanlage. Der Wittmunder Heimatforscher Johann Onnen hat versucht ein genaueres Bild der Anlage zu zeichnen. Danach haben wir uns im Inneren, der heute noch zum größten Teil erhaltenen mächtigen Umwallung, eine nahezu quadratische, vierflügelige Schloßanlage vorzustellen. Die vermutlich eingeschossigen Gebäude überragte in der nordöstlichen Ecke ein mehrgeschossiger Rundturm.
Als im Mai 1744 der letzte Fürst von Ostfriesland ohne Thronfolger verstarb, fiel das Fürstentum Ostfriesland an Preußen. Schon am Tag nach seinem Tode, nahm Friedrich der Große Ostfriesland in seinen Besitz. Auf seine Anordnung hin, wurde nach ca. 300 Jahren das Wittmunder Schloß im Jahre 1764 abgebrochen und die Abbruchmaterialien verkauft. Der Nachlass und das Inventar aus dem Schloß wurde bereits im Jahre 1745 verkauft.
Der Schloßplatz mit seinen mächtigen Wällen wurde in der Folgezeit als Festplatz vom Wittmunder Schützenverein genutzt. Der Wall und der Platz waren vor 1900 noch nicht mit Bäumen bepflanzt, erst im Jahr 1900 pflanzte jeder der Wittmunder Schützen einen Ulmenbaum auf dem Wall. Im Jahr 1902 fand das letzte Schützenfest auf dem Gelände statt, danach wurde dort das 1. Wittmunder Krankenhaus gebaut und 1903 wurde der Platz mit Anlagen versehen und es wurden weitere Bäume gepflanzt. Der Schützenverein verlegte seinen Festplatz 1903 an die Auricher Chaussee, heute die Auricher Straße.

Quellen:
„Der Marktflecken Wittmund im 19. Jahrhundert“, Edzard Eichenbaum/Wilhelm Hartmann, Wittmund 1998, Seite 19 ff.
„Wittmund im Laufe der Jahrhunderte“, Johann Onnen, Wittmund 1968; Seite 61 ff., Seite 158 ff.


Wollen wir hoffen, dass diese historische Anlage, die heute als Park und Naherholunganlage dient, aber auch für Konzerte (z. B. Life im Park) genutzt wird, den Wittmunder Bürgern noch lange erhalten bleibt, besonders auch durch die tatkräftige Mithilfe des Freundeskreis Schloßplatz